Wer hat´s erfunden? Die Schweizer(innen)!

9. August 2006 at 16:22

Kaum im Urlaub, erleb ich auch schon die erste fantastische Geschichte. Im ICE.

Aber von vorne:
Ich steig in den Zug, wie immer hektisch nach dem Raucher-Abteil suchend. Gefunden! Super! Vor mir saßen dann 3 junge, weibliche Punks. Erstmal nicht weiter beachtet, bis diese dann nach einer Stunde Musik anschalteten. Da war ich schon interessiert, was die wohl hören. „Ihr wisst schon: Kinder dieser Zeit.“
Aus den Dialogen konnte ich entnehmen, dass sie Schweizerinnen sind. Umso interessanter. Also Musik aus und zugehört. Die ersten Lieder waren eher so unbekannter Punk-Rock. Aber dann: Otto! Ja, unser Otto. Otto Waalkes! Mit seinem Hit „saufen“. Noch mal in einem Satz: Schweizer hören Otto. Aber damit nicht genug: Als nächstes Wizo. Genau die Band, die schon hier erwähnt wurde.

Allerdings kamen wir schon bei Otto ins Gespräch:
Tim: Ihr hört Otto?
Schweizer Dame: Ja klar, kennst du ihn persönlich?
Tim: Nein, wir haben hier ein paar mehr Einwohner, da kennt nicht jeder jeden.
„Gelächter“
Die nette Schweizerin weiter: „Du kannst dein Bier auch bei uns trinken! Da hast du dann noch ne nette Unterhaltung!“

Gesagt – getan!

Tja man kam so ins Gespräch und dann wusste ich, dass sie 1 Woche in der Nähe von Rostock waren, auf der „Force Attack“. Da 2 von den 3 aber noch auf ein weiteres Event in der Schweiz wollten, musste die Sachen ja irgendwie gewaschen werden. Der erste Part wurde in Rostock erledigt. Nun stand noch der Zweite an. (das Trocknen) Was bietet sich da mehr an als eine 8-stündige ICE-Fahrt? Als vorbildlicher Punk und Camper hat man natürlich immer die eine oder andere Wäscheleine dabei. Da das Raucher-Abteil das letzte des Zuges war, sollte da auch nichts schief gehen. Also Wäscheleinen am letzten Ende des Zuges gespannt. (da wo die Leute ein- und aussteigen) Sollte ja eigentlich niemanden stören! Aber denkste! Liebe Schweizerinnen, wenn ihr in Deutschland seid, müsst ihr euch an einiges gewöhnen. Hier gibt es für alles Regeln. Und wenn jemand mit irgendetwas die Flucht- / Rettungswege versperrt, da kennen die hier keinen Spaß! Nach einer halben Stunde mussten die Leinen wieder ab. Die diskutierfreudigen Schweizerinnen setzten es wenigstens durch, dass sie die Sachen im „Innenraum“ aufhängen durften. Natürlich nur, wenn es die Gäste nicht stört > also alle gefragt die es stören könnte (störte natürlich niemanden) und los ging es.

Das Ergebnis seht ihr hier! Übrigens sah die andere Seite genauso aus.
Ist das nicht sensationell, sympathisch und kreativ?

Aber damit noch lange nicht genug. Da gab es auch noch einen netten, älteren Herren, der bei uns saß. Zwischenzeitlich war er ne halbe Stunde weg um im „Bord-Bistro“ einen Wein zu trinken. Als er wieder kam fluchte er nicht nur auf den wein, sondern machte noch eine überraschende Ansage: „Wenn ihr eine Flasche Wein aufbekommt, spendiere ich diese. Natürlich gleich jeden gefragt, ob denn jemand einen Korkenzieher dabei hat, aber leider ohne Ergebnis. Dazu konnte ich mir meinen Kommentar nicht verkneifen: „Habt ihr denn kein Schweizer-Taschenmesser dabei?“ Wieder großes Gelächter und dann die Antwort: Leider nein! Da bleibt dann nur noch das „Bord-Bistro“. Dazu der ältere Mann: „Das könnt ihr vergessen. Die wollen da ihren eigenen Wein verkaufen, die machen euch das Ding nicht auf“. Eine Schweizerin darauf: „Ich bekomme das schon hin. Da lass ich meinen Charme spielen.“ Und schon war sie unterwegs. Kaum war sie weg, fragte der Mann: „Meint ihr sie schafft das?“ Darauf die anderen Schweizerinnen gelassen: „Ja klar. Die bekommt vieles hin. Sie ist gut“. Und ehrlich gesagt habe ich auch daran geglaubt, dass sie es schafft!

5 min. später kam sie wieder. Die Flasche geöffnet und 5 Becher waren auch dabei. Auch das wurde festgehalten.

Guckst du hier?!

Insgesamt war es sehr lustig und die Zeit verging wie im Flug. Jeder noch eine Visitenkarte gegeben und die Internetseite drauf geschrieben, damit sie das hier auch lesen können. Hoffe sie tun es auch. Ich werde den Control-Bereich im Auge behalten.

Noch eine herzliche Verabschiedung und dann musste ich leider viel zu früh aussteigen.

Die Geschichte hat aber dafür gesorgt, dass ich jetzt anders über Schweizer denke! Ihr seid echt sympathisch! Das war eine echte Erfahrung!

Helvetia!